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Hintergrund: Grundsätzlich sollte man davon ausgehen, dass wenn Standortentscheidungen anstehen, diese rein rational getroffen werden: jene Standorte/Städte, die grundsätzlich in Frage kommen, werden anhand ihrer Standorteigenschaften bewertet. Typischerweise sind dies v.a. die Marktlage, Verfügbarkeit und Qualität der Zulieferer, die Kostensituation... Also jene Eigenschaften die direkten Einfluss auf den Unternehmensgewinn haben (sog. "harte Standortfaktoren"). Image: Das Problem an der Sache ist allerdings, dass sich die Wissenschaft nicht gerade einig ist, ob Image überhaupt existiert und wenn ja, was Image genau ist. Tendenziell geht man in der sozialwissenschaftlichen Forschung wieder vom Imagebegriff weg, stärker zurück zum Einstellungsbegriff. Grund hierfür ist v.a., dass Image weitaus schwerer und ungenauer zu messen ist als die Einstellung. Auch die zunehmende undifferenzierte Verwendung im praktischen Marketing führt dazu, dass der Imagebegriff ein zunehmend "schlechtes Image" bekommt. Messung: Das Image der Städte Berlin und Wien wurde in dieser Arbeit auf dreierlei Weise gemessen (vgl. auch im Fragebogen). Zum Einen wurden der Aufkunftsperson bestimmte Standorteigenschaften vorgegeben, mit der Bitte diese zu bewerten und anzugeben, inwieweit sie auf die Stadt Berlin, bzw. Wien zutreffen. ("Fishbein-Modell"). Bewusst wurden hierzu "schwammige" Eigenschaften, wie "Dynamik" oder "Muss mich einfach wohlfühlen" vorgegeben. Zum Anderen wurde die Auskunftsperson gebeten, sich innere Bilder, Vorstellungen und Erwartungen vom "Leben und Arbeiten" in Berlin, bzw. Wien zu machen. Gemessen wurden diese Bilder und Vorstellung dann mittels Imagerydifferential (vgl. das Beispiel auf der vorherigen Site). Das folgende Kausalmodell zeigt den Computerausdruck dieser Auswertung. Die ovalen Felder stellen dabei die nicht-direkt messbaren Größen dar, von denen nur vermutet werden kann, dass sie wirklich existieren. Dies sind die Einstellung (E), das Image (I) und das Standortverhalten (V). Je näher die Werte auf den Pfeilen an 1 sind, desto höher ist die Beziehung zwischen den Variablen. Es zeigt sich also, dass das Image einen erheblichen Einfluss auf das Verhalten hat. Einerseits gemessen mittels Einstellungsmodell (siehe den Einfluss von SF_weich an E), andererseits gemessen mittels Imagerydifferentials. Bis auf die Dimension Intensität stimmen auch die Vorzeichen des Imagerydiffentials überein: Je höher die Bewertung, die Neuartigkeit, die Komplexität und die Vividness, desto höher ist das Image und desto attraktiver wird Berlin, bzw. Wien als Standort angesehen. Drittens wurde das Image im Rahmen des sog. "Country-of-Origin-Effekts" gemessen. Der Country-of-Origin-Effekt bedeutet, dass Medienunternehmen vom Ruf ihrer Stadt als bedeutender Medienstandort profitieren, z.B. in Form von mehr Aufträgen. Hierbei wird das Image also selber zum Standortfaktor. Der folgende Chart zeigt die Antwortergebnisse auf die Frage "Glauben Sie das Medienunternehmen vom Image ihres Standortes profitieren, z.B. in Form von mehr Aufträgen?": Der Großteil der Befragten würde also der Aussage zustimmen. Somit kann davon ausgegangen werden, das auch das Image im Rahmen des "Country-of-Origin-Effekts" einen Einfluss auf das Standortverhalten hat.
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