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abstract
Die der Arbeit zugrundeliegende Forschungsfrage lautet: "Hat das Image einer Stadt einen Einfluss auf die Standortwahl der Medienwirtschaft?". Untersuchungsgegenstand sind dabei Medienunternehmen, Freelancer und potentielle Unternehmensgründer der vor allem Kreativen Medienwirtschaft gewesen, also dem Teil der Medienwirtschaft, der sich vorwiegend mit der Inhalteproduktion beschäftigt. Hintergrund für die Forschungsfrage ist die Feststellung gewesen, dass in bisherigen Befragungen von Medienunternehmen immer wieder das Standortimage als wichtiger Standortfaktor angegeben worden ist. Zur Überprüfung der Forschungsfrage ist eine Online-Umfrage Medientreibenden in Deutschland und Österreich durchgeführt worden. Deutsche Medientreibende haben dazu die Stadt Berlin, österreichische Medientreibende die Stadt Wien als potentiellen Standort zu bewerten gehabt. Als Messmodell ist hierzu das Fishbein-Modell der Einstellungsmessung, das Imagerydifferential, sowie geschlossene Fragen verwendet worden. Neben der Überprüfung der Forschungsfrage sind noch weitere Gesichtspunkte im Fragebogen erhoben worden, die ebenfalls in der Arbeit veröffentlicht worden sind. Hierunter fallen u.a. die Bewertung konkreter Immobilien, die Untersuchung des Begriffs Medienstadt, die Verdichtung der gemessenen Standortfaktoren mittels Faktorenanalyse, der Einfluss der Persönlichkeit auf die Standortentscheidung, die Frage nach der Wichtigkeit der räumlichen Nähe zu anderen Medienunternehmen, sowie die Bedeutung der Existenz einer "Medienszene".
Die Arbeit teilt sich in fünf Kapitel auf: Kapitel 1 dient der allgemeinen Einarbeitung in den Untersuchungsgegenstand Medienwirtschaft. Hier erfolgt eine kurze Beschreibung der Medienwirtschaft als Ganzes sowie der einzelnen Branchen und ihrer Standortanforderungen, sowie möglicher Entwicklungstrends, die im Rahmen des Konvergenzprozess erwartet werden können. Kapitel 2 beschreibt zwei regionalökonomische Theorien, die sich auf unterschiedliche Weise mit den räumlichen Aspekten der Medienwirtschaft beschäftigt haben. Dies sind das Konzept des regionalen Produktlebenszyklus, sowie das vom Bonner Sozialökonom Grabher favorisierte Konzept der Projektökologie, das er auf die Londoner Werbewirtschaft anwendet.
Hieran schließt sich dann der Kritikpunkt dieser Arbeit an: nämlich die fehlende Mikrofundierung des Standortverhaltens, also das Nichtberücksichtigen der motivierenden Faktoren aus Sicht des Einzelnen an der Standortentscheidung verantwortlichen. Dem folgt Kapitel 3, das einen aus den Verhaltenswissenschaften und der Konsumentenforschung schon lange verwendeten Ansatz, nämlich den des Einstellungs- und Imagekonzepts, vorstellt und als alternative Erklärung des Standortverhaltens anbietet. Kapitel 4 dient der empirischen Überprüfung der Forschungsfrage mittels einer Online-Umfrage unter 280 Unternehmen, Freelancer und potentiellen Unternehmensgründern der kreativen Medienwirtschaft in Deutschland und Österreich. Darüber hinaus werden in diesem Kapitel auch weitere Ergebnisse präsentiert, die allgemein einen Erkenntniszuwachs über das Standortverhalten der Medienwirtschaft erbringen können. Kapitel 5 schließt dann mit einer Zusammenfassung der Arbeit ab.